Woran erkenne ich eine Borreliose?

So einfach die Frage klingt, so schwierig ist die Antwort. Getreu dem Motto ‚Nichts muss, Alles kann‘ windet sich die Borreliose aus Leitlinien und Standards, die uns doch allen in Diagnostik und Therapie helfen sollen. Diese Leitlinien haben durchaus ihre Berechtigung, jedoch übersteigt die Borreliose bei weitem kategorisierte Symptome und entzieht sich häufig einer Labordiagnose. Dies sind zwar Hürden in der Diagnosefindung, sind aber mit etwas Erfahrung und Wissen durchaus zu überwinden.

Gab es einen Zeckenbiss?

Diese Frage wird zwar häufig gestellt, deckt bei weitem aber nicht die Infektionsmöglichkeiten ab. Viele Betroffene wurden in ihrem Leben von einer Zecke gebissen, manche von den kleinen kaum sichtbaren Nymphen und andere überhaupt nicht. Andere wurden von Bremsen oder Spinnen gebissen, oder von Mücken zerstochen. Wieder andere haben die Borreliose bereits intrauterin, also über den Mutterleib, vor der Geburt erhalten. Mittlerweile wurden die Borrelien sogar im Sperma des Mannes gefunden. Wie man sehen kann sind die Infektionsmöglichkeiten sehr vielseitig und sehr häufig fehlt dabei der rote Hof (Erythema migrans) um die Einstichtelle.

Ist das Erythema migrans sichtbar muss sofort ein Arzt konsultiert werden!

Welche Symptome zeigen sich bei einer Borreliose?

Borreliose wird gerne die Krankheit mit den tausend Gesichtern genannt. Auch hier bewahrheitet sich das ‚Alles kann – Nichts muss‘. Klassische Symptome wären mitunter Grippeähnliches Fieber und Schlappheit bei frischer Infektion, Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen und -lähmungen, Kribbeln in Händen und Füßen. Es gibt jedoch ein paar Symptome, die nicht offensichtlich in Zusammenhang stehen, jedoch aufhorchen lassen. Dazu gehören z.B. Knie- und Nackenschmerzen, nächtliches Herzrasen und stolpern, Panikattacken und Depressionen, Nebel im Kopf, Schwindel und Wortfindungsstörungen, u.v.m. Auch ernste Krankheitsbilder wie z.B. Multiple Sklerose, Parkinson, Arthrose, oder Fibromyalgie können als (Mit)verursacher Borrelien haben.

Am Ende können hinter allen Symptomen auch eine Borreliose stecken. Warum das so ist? Borreliose ist eine systemische Erkrankung. Das bedeutet Borrelien wirken nicht nur lokal an der Stelle der Infektion, sondern verbreiten sich über den Körper. Dabei sondern sie permanent Stoffwechselprodukte ab, die mitunter für unseren Körper giftig sind. Je nach Konstitution, Schwachstellen oder zusätzlichen äußeren Faktoren manifestieren sich die Probleme an unterschiedlichen Stellen im Körper.

Wie kann ich Borreliose denn nun diagnostizieren?

Die Diagnose Borreliose ergibt sich wie ein Puzzlebild aus verschiedenen Teilen.

Gab es einen Zeckenbiss mit Wanderröte ist die Diagnose schnell geklärt. Bei chronischen Borreliosen stehen die Symptome im Vordergrund, die es nun gilt mit Laboruntersuchungen zu untermauern. Dabei hat sich bewährt über Dunkelfeldmikroskopie eine Idee der Quantität und Qualität der Erkrankung zu erhalten und weiterführend einen Lymphozytentransformationstest (LTT) oder Immunfluoreszenztest (IFT) zu machen.

Nicht immer fallen die Laboruntersuchungen positiv aus, jedoch kann ich bei begründetem Verdacht nur ermutigen nicht aufzugeben und einen anderen Test zu versuchen.

Stehst du gerade selbst vor dem Problem oder hast du damit bereits Erfahrung gemacht, lass gerne eine Frage oder einen Kommentar da. Dann können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen!

Eure Elisabeth

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