Kann man Borrelien unter dem Dunkelfeldmikroskop erkennen?

Schaut man zum ersten mal unter ein Dunkelfeldmikroskop und sieht seine roten und weißen Blutkörperchen, wirkt es fast wie ein eigenes Universum. Es ist ein Einblick in den Körper, der einem nur selten vergönnt ist. Mal ist der Hintergrund vollständig bedeckt mit weiß und bunt leuchtenden Körnchen, mal mit einem dichten Netz in dem sich die Blutkörperchen verfangen und mal ist der Hintergrund einfach Schwarz. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) können dabei rund, eiförmig, eingedellt, stechapfelförmig, wabernd, als Geldrollen oder nur als Schatten erkennbar sein. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) dagegen sind manchmal amöbenartig in Bewegung und umschließen Partikel, oder zerfallen bereits. Im Dunkelfeld gibt es eine Menge zu entdecken, aber Bakterien sieht man meist keine…

Wie kommt es nun, dass so viele Therapeuten auf das Dunkelfeld schwören wenn es um die Diagnose Borreliose geht? Das Geheimnis liegt darin, die Blutkörperchen zum Platzen zu bringen. Die Welt die sich dahinter verbirgt kann sowohl faszinierend als auch erschreckend sein: Lange unbewegliche Fäden, kurze Stäbchen, korkenzieherartige Spirochaeten, runde kleine Kokken, wie an einer Perlenkette aufgereihte Kokken (Streptokokken) oder unregelmäßig angeordnet als Staphylokokken, Sonnenförmige Gebilde die sich amöbenartig fortbewegen, Biofilme, Kreise mit flimmernden Kränzen und und und.

Woran erkennt man Borrelien?

Borrelien gehören zu den Spirochaeten. Das sind korkenzieherartig gewundene Bakterien, die sich durch eine sehr flexible Zellwand auszeichnen. Die Bewegung erfolgt über Endoflagellen rotierend um ihre Längsachse. Dabei sind die Bakterien sowohl anhand ihrer Bewegung, als auch meist durch das spiralige Aussehen klar von anderen Bakterien abgrenzbar. Insbesondere Anzahl und Aussehen der Spirochaeten kann während einer Therapie von großem Wert sein: sind sie kurz, lang, dick, kontrastarm, haben sie kleine Kügelchen oder bewegen sie sich in Biofilmen?

Problematisch dagegen ist jedoch, dass Borrelien nicht die einzigen Vertreter der Spirochaeten sind. Bekannte Arten sind z.B. Treponemen (Syphiliserreger) oder Leptospiren (verursachen die Leptospirose), aber auch harmlose unbekannte Arten können in Natur und Körper vorkommen.

Das bedeutet im Dunkelfeld kann man zwar Borrelien erkennen, man kann aber nicht wissen ob jene Spirochaeten auch Borrelien sind. Daher sollte man die Dunkelfeldanalyse wenn möglich nicht als alleiniges Diagnostikmittel verwenden, sondern anschließend ebenfalls einen sensitiven Labortest durchführen wie z.B. einen Imunfluoreszentest (IFT), Immunoblot (IB) oder den Lymphozytentransformationstest (LTT). Und dennoch gilt: es wird solange weitertherapiert bis keine Spirochaeten mehr zu sehen sind!

Um mal einen kleinen Einblick in die Dunkelfeldanalyse zu schaffen hab ich hier ein kurzes Video zusammengestellt:

Spirochaeten unter dem Dunkelfeldmikroskop

Gerne möchte ich deine Meinung zu dem Beitrag hören. Hast du Zweifel oder möchtest du selber mal dein Blut unter dem Mikroskop anschauen? Lass mir doch ein kurzes Kommentar da!

Deine Elisabeth

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