Die antibakterielle Photodynamische Therapie in der Borreliose Behandlung

Definition und Wirkmechanismus der aPDT:

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird die PDT am Menschen untersucht und angewandt. Der vielfältige Einsatzbereich reicht vom Bereich der Dermatologie, über Tumorerkrankungen bis hin zur Bekämpfung mikrobieller extra- und intrazellulär Pathogene (Weber, 2014).

Allgemein wird die PDT als lichtinduzierte Deaktivierung von Zellen, Molekülen und Mikroorganismen begriffen (Ackermann, 2001). Die Wirkweise dahinter beruht auf der Eigenschaft von Photosensitizern Photonen einer gewissen Wellenlänge zu absorbieren, diese auf Sauerstoffmoleküle zu übertragen und dadurch hochaggressive, zelltoxische Sauerstoffradikale wie Hydroxyl- und Superoxidradikale zu bilden, welche die Membranintegrität der Zielzellen schädigen (Rieger, 2012). Beispiele einiger solcher Photosensitizer sind Chlorin E-6, 5-Aminolävulinsäure (ALA), Riboflavin, Hypericin und Curcumin (Weber, 2014).

Im Zuge einer Borreliose-Therapie eignet sich insbesondere der Photosensitizer Riboflavin (Vitamin B2), da dies von den Bakterien verstoffwechselt wird (Nevin & Hampp, 1959). Den daraufhin entstehenden reaktiven Sauerstoffspezies können Borrelien aufgrund fehlender Katalasen und Peroxidasen (Whitehouse & Austin, 1997) nichts entgegensetzen und werden durch diese Sauerstoffradikale oxidiert.

Der Vorteil einer aPDT gegenüber einer Antibiotikabehandlung besteht dabei insbesondere in der Umgehung von Resistenzen der Bakterien bezüglich Riboflavin (Weber, 2014).

Anwendung in der Praxis:

Blaulaser (447 nm) wird mit 100 mW in Kombination mit Riboflavin als Photosensitizer intravenös für 40 Minuten angewendet. Die Sitzung sollte mindestens 2x wöchentlich für ca. 5 Wochen erfolgen.

Erfahrungen:

Die Wirksamkeit der aPDT gegen Bakterien, Parasiten und Viren wurde bereits in vielfachen Laboruntersuchungen belegt (Weber, 2014). Insbesondere im Bereich der Zahnmedizin (Rieger, 2012), aber auch im Praxisalltag haben wir inzwischen sehr gute Erfahrungen, speziell bei fortgeschrittener Borreliose, gemacht.

Messbar wird der Erfolg einerseits durch einen Rückgang der Symptomatik, aber auch durch Rückgang der Stimulationsindices beim Lymphozyten-Transformationstest auf Borrelienstämme und deren Oberflächenantigene (OspC, VlsE). Der Wert geht anfänglich unter Therapie nach oben, da durch die Therapie vermehrt „Borrelienleichen“ von den Makrophagen den B- Lymphozyten präsentiert werden und dadurch die Aktivität der borrelienspezifischen B-Lymphozytenaktivität zunimmt. Circa 6-12 Wochen, nach Ende der aPDT, fallen jedoch diese Stimulationsindices deutlich in den Normbereich ab.

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